Nachruf auf ein Sommertheater Teil 2
zurückDes Theaters zweiter Akt...
...oder wie man(n) sich um seine Karriere bringt!
...oder wie man(n) sich um seine Karriere bringt!
Der eher unbedeutende Tourismus-Staatssekretär Stefano Stefani von der kleinen Koalitionspartei Lega Nord fühlte sich nun berufen den Märtyrer zu mimen. Mit seiner, zugegeben plump und einfältig vorgetragenen Kritik am Verhalten deutscher Urlauber brachte er die deutsch-italienischen Beziehungen auf den Nullpunkt.
Vornehmlich die Tageszeitungen mit den großen Lettern und den vielen bunten Bildchen empörten sich daraufhin lautstark. Und die entsprechenden Magazine der Vorabendprogramme schickten hippe Jungkarrieristen mit versteckter Kamera zu unseren italienstämmigen Gastronomen, um sie zur Belustigung jener teutonischer Lemminge zu verarschen, die im Sommer wie die Pest über die Mittelmeerstrände kommen.
Aber der Kanzler hatte wenigstens endlich einen guten Grund seinen Urlaub bei den stupiden dauerbesoffenen Touristen in Positano abzusagen.
Dabei schimpfte der Italiener über ein Klischee, welches in Deutschland wohlbekannt ist. Der Kabarettist Gerhard Polt produziert bereits seit Jahren erfolgreich Filme über deutsche Urlauber. Und Tom Gerhards "Ballermann 6" war doch auch ein Kassenknüller.
Außerdem senden Nachmittag-Talkshows ganz gerne Sommer-Specials aus einschlägigen Urlauberorten, wohl weil ihre bevorzugte Zielgruppe dort in geballter Form auftritt; -unglaublich beschränkte Narzissten, die 24-Stunden-Kampftrinken zu ihrem Urlaubsideal erhoben haben.
Schlussendlich trat Stefani von seinem Staatssekretärsposten zurück, eigentlich nur weil er die reine Wahrheit sprach, wenn auch auf unterstem Niveau.
Aber als ein erfreuliches Fazit bleibt die Erkenntnis, dass sich Rechtspopulisten, wie auch Haider oder Schill, in den modernen Mediokratien offenbar schneller selbst diskreditieren, als sie grossen Schaden anrichten können.