Agrarterror packt Künast bei den Eiern

Ist die Affäre um das Nitrofen verseuchte Futtermittel auf menschliches Versagen oder auf einen gezielten Sabotageakt zurückzuführen ?

Bei seinem Deutschlandbesuch letzter Woche auf den Skandal um das, mit Nitrofen verseuchte Futtermittel angesprochen, bescheinigte der britische Thronfolger Prinz Charles der deutschen Verbraucherschutzministerin Renate Künast hervoragende Arbeit und führte den Skandal auf das Versagen Einzelner zurück.
Aber ist dem auch wirklich so? Oder sind die deutschen Verbraucher und mit ihnen die gesamte Öko-Industrie und die sie befürwortende Ministerin einem perfiden Terroranschlag zum Opfer gefallen? Sicher, die Agrarwirtschaft, nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten Union ist schwer verkrustet; -Schlampereien, Korruption, Dilletantismus und Misswirtschaft sind an der Tagesordnung und finden überall in Europa ideale Nährböden. Dies ist allerdings schon seit Jahren bekannt und ging immer wieder durch die internationale Presse.

Wenn man sich allerdings die Abläufe dieses jüngsten Skandals genauer ansieht und davon ausgeht, dass es sich bei den gewählten Volksvertretern, Unternehmern, Beratern und Beamten um intelligente Menschen handelt, was eigentlich zu erwarten wäre, so drängt sich unweigerlich die Frage auf, wie sich diese Menschen so schlampig und dilletantisch, kurz gesagt, wie sie sich nur so saublöd verhalten konnten.
Da haben Behörden die Genehmigung erteilt, ein ehemaliges Chemiewerk als Lager für Futtermittel zu nutzen, ohne das dies jemandem komisch vorgekommen wäre. Ist dies nur ein Zufall, oder kalkulierte Absicht der Agrarlobby um ihre Interessen durch zusetzten?

Nach den Skandalen der letzten Jahre, um BSE-Rinder und die Maul- und Klauenseuche ist die Bevölkerung allerdings ans Vergessen und Verdrängen gewöhnt. Und so brauchen wir eine vollständige Aufklärung der Ereignisse gar nicht erst zu erwarten