Fischer ist neuer Bundeskanzler!

Um die Fraktions- und Parteidisziplin zu wahren verbindet der Kanzler Sachentscheidungen immer öfter mit seiner Person.

Das erste mal musste Schröder gleich nach dem Amtsantritt mit Rückritt drohen, um den Bundeswehreinsatz im Kosovo duchzusetzen. Die gleiche Methode wand er für den Afghanistaneinsatz an. Nun stösst sein Entwurf zu den Sozialreformen auf heftigen Widerstand aus der eigenen Fraktion. Und wieder deutete der Kanzler an, dass doch jemand anderes seinen Job machen solle, wenn er es denn besser könne. Er hofft wohl, dass niemand den Mut hat zuzugeben, für diesen Job geeigneter zu sein(ausser mir natürlich).

Nun stelle man sich aber vor, dass die Fraktion ihrem Kanzler, trotz Rücktrittsdrohung die Gefolgschaft verweigert. Die Opposition würde innerlich jubilieren und öffentlich nach Neuwahlen brüllen, während sich die Regierungsfraktionen, den Katzenjammer übertünchend, in innerparteilichen Machtkämpfen selbst zerfleischen. Unterdessen übernähme,still und klammheimlich, als erster Grüner, der Vizekanzler die Regierungsgeschäfte in der Bundesrepublik - Joschka for President.
Und um dem Ganzen die Krone aufs Haupt zu setzen, könnte Fischer dann als gemeinsamer Spitzenkandidat von Rot-Grün in die nächsten Bundestagwahlen gehen. Was für ein Segen für Deutschland und die SPD. Der Dorn im Auge des grossen Bruders aus Übersee wäre entfernt, und der langersehnte Ruck ginge endlich durch unser Land. Denn weniger als jetzt getan wird ist nicht mehr möglich.

Den Job als ersten europäischen Aussenminister müsste Joschka Fischer dann allerdings an den abgehalfterten Regierungschef abtreten. Obwohl Fischer noch nicht an den Toren zum Kanzleramt rüttelte, könnte sich ein kühner Traum seiner revolutionären Jugendzeit erfüllen. Frei nach Rio Reiser: 'Das alles und noch viel mehr, würde er machen, wenn er König von Deutschland wär'.