Apocalypse Now?
Mission Accomplished!

Betrachtet man die Ereignisse im Kriegsfrühling 2004, so fühlt man sich in die einfallslose Dramaturgie eines typischen Hollywoodfilms versetzt. Dort bedient man sich wahllos in alt-griechischen Mythen und beschwört einen unüber-
windlichen Konflikt zwischen Gut und Böse, den man später in einem grossartigen pyrotechnischen Spektakel zu Schutt und Asche zerlegen kann.

Da verliert der altgediente Fährmann Sharon, der seit Jahrtausenden die Toten über den Fluss Styx in die Unterwelt geleitet hatte, von Heute auf Morgen seinen Job. - Er wurde weg rationalisiert weil die modernen Konflikte, effizient und dabei verlustarm, den Fährmann überflüssig gemacht hatten.

Derart von der Welt fallen gelassen, enttäuscht und erzürnt faßte der Fährmann einen folgenschweren Beschluss.
Um sich am bösen Schicksal zu rächen, beschloss auf Erden zu erscheinen, um die düstersten Visionen des vielbeschworenen 'Clash of Civilisations' wahr werden zu lassen.

Und so begab es sich, dass im Morgengrauen des 22. März 2004 der Fährmann mit Donnerhall erschien, um Scheich Yassin und sieben seiner Begleiter mit drei Raketen zu erschlagen. Damit hatte er einen grossen Märtyrer geschaffen und einen ohnehin schwierigen Konflikt für lange Zeit unlösbar gemacht.

Dermaßen mit Toten ausgestattet konnte Sharon wieder in seinen alten Job als Fährmann zurückkehren. Und die Hollywoodproduzenten hatten ausreichend Material für unzählige Sequels, bis sie den Alles errettenden Heiland in glänzender Rüstung endlich auftreten lassen.