Eindeutige Beweise

über die amerikanische Sicht der Dinge...



Die Regierung hat eindeutige Beweise...!

Diesmal brüsten sie sich damit die Söhne des zahnlosen Tigers vom Euphrat erlegt zu haben. Wie sie auch schon eindeutige Beweise hatten für:


Die Schuld Osama bin Ladens für die Anschläge vom 11.09.2001 ?
Die Existenz eines furchterregenden Arsenals mit A! B! und C! - Waffen im Irak ?
Die Schuld von Lee Harvey Oswald am Tod von J. F. Kennedy ?
Die Landung auf dem Mond ?

All diese eindeutigen Beweise waren zwar entweder nicht für das Auge der Öffentlichkeit bestimmt oder sie haben eine Menge Fragen offen gelassen. Die Tragweite der sich aus den eindeutigen Beweisen ergebenen Folgen hingegen, war stets sehr bedeutend.

Im letzten Irak-Krieg, 1991, gelang es den Amerikanern einen bahnbrechenden eindeutigen Beweis zu präsentieren, einen der hauptsächlich an die uramerikanische Herzlichkeit appellierte:

Die Geschichte der jungen kuwaitischen Scheichstochter, die mühsam als Krankenschwester auf einer Säuglingsstation ihr Taschengeld aufbessernd mitansehen musste, wie irakische Soldaten Säuglinge aus den Brutkästen rissen.

Ein wahres Meisterwerk!

Ein Volk, das derart gerührt sprachlos vor dem Fernseher sitzt, neigt selbstverständlich dazu ehrenwerte Grundwerte wie Freiheit, Gerechtigkeit etc. auch mit Waffengewalt zu verteidigen.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen im Umgang mit eindeutigen Beweise im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. So ist doch eindeutig erwiesen, dass der US-Präsident Bush bei der Wahl weniger Stimmen bekam als sein demokratischer Herausforderer Al Gore - aber die Amerikaner scheinen ein anderes Gespür für Siegertypen zu haben, als wir Europäer.